Im Jahresschreiben steht der Satz: Der Versicherer schlägt eine Indexierung vor, die Versicherungssummen und der Beitrag steigen um diesen Betrag. Viele Unternehmen lehnen das reflexartig ab – dabei ist die Indexierung kein Trick zur Beitragserhöhung, sondern die Pflege der Summen. Schauen wir, was sie leistet und was nicht.
Zum Jahrestag erhöht der Versicherer die Versicherungssummen um einen Index – in der Regel eine an die Bau- und Verbraucherpreisentwicklung gekoppelte Kennzahl – und passt den Beitrag entsprechend an. Ziel ist, dass die im Vorjahr richtige Summe auch in diesem Jahr richtig bleibt: Dieselbe Halle, derselbe Maschinenpark lässt sich heute nur mit einem höheren Betrag ersetzen als im Vorjahr. Der steigende Beitrag bedeutet also nicht „mehr Geld für dasselbe“, sondern folgt dem höheren Versicherungswert.
Ein einzelnes ausgelassenes Jahr ist noch keine Tragödie – fünf Jahre schon: Die Summen bleiben auf dem alten Stand, während sich die Preise bewegt haben, und die Lücke wächst von Jahr zu Jahr. Das Ende ist bekannt: Im Schadenfall taucht die anteilige Entschädigung auf. Wenn der Beitrag das eigentliche Thema ist, sollte man darüber sprechen – das Einfrieren der Summen ist der schlechteste Weg, den Beitrag zu senken, weil es genau den Schutz aushöhlt. Es gibt bessere Werkzeuge: Anpassung der Selbstbeteiligung, Abstimmung des Deckungsumfangs – davon handelt die Logik der Selbstbeteiligung.
Der Index folgt der durchschnittlichen Preisentwicklung – die individuellen Veränderungen des Unternehmens sieht er nicht. Die neue Fertigungsstraße, die Lagererweiterung, der sprunghaft gestiegene Bestand sind keine Indexfrage, sondern eine Meldefrage: Diese müssen unterjährig manuell in den Vertrag aufgenommen werden. Die gute Routine ist also zweigeteilt: Der Index pflegt jährlich automatisch, die jährliche Überprüfung wirft einmal im Jahr einen Blick darauf, ob Automatik und Realität übereinstimmen.
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