Es klingt nach einer einfachen Frage: Das Unternehmen schließt eine Versicherung für sein eigenes Vermögen ab. In der Praxis geht dennoch vieles schief – verbundene Unternehmen, gemietete Geräte, eine GmbH in einer Immobilie im Privatbesitz. Klären wir die Rollen.
Der Versicherungsnehmer ist derjenige, der mit dem Versicherer den Vertrag abschließt und die Prämie zahlt. Der Versicherte ist derjenige, dessen Vermögen die Deckung schützt – im Schadenfall ist in der Regel er der Anspruchsberechtigte der Entschädigung. Bei den meisten Unternehmen sind beide identisch. Aber nicht immer: Zum Beispiel schließt die Holding den Vertrag ab, während die Maschinen in den Büchern der operativen Gesellschaft stehen – in diesem Fall muss der Kreis der Versicherten genau angegeben werden, sonst kann die Entschädigung an rechtlichen Hürden scheitern.
Unternehmensgruppe: mehrere Unternehmen, eine Betriebsstätte – zu klären ist, welches Unternehmen Eigentümer welches Vermögensgegenstands ist und wer versichert sein soll. Immobilie im Privatbesitz, darin die GmbH: Das Gebäude gehört der Privatperson (ihre Versicherung schützt es), das Unternehmen versichert seine Einrichtung und seinen Warenbestand – die Grenze ist dieselbe wie bei Miete: Wer versichert was. Einzelunternehmer: Die Grenze zwischen betrieblichem und privatem Vermögen sollte bewusst gezogen werden, denn die Hausratversicherung deckt das betriebliche Vermögen in der Regel nicht – siehe den Artikel Die Grenze zwischen Privat und Firma.
Bei einer geleasten Maschine, einer mit Kredit belasteten Immobilie kann auch der Finanzierer ins Bild treten: in Form einer Abtretung oder einer Pfandgläubiger-Klausel, die den Weg der Entschädigung zum Finanzierer lenken kann. Das ist kein Hindernis, sondern Verwaltungsaufwand – maßgeblich sind der Vertrag und die Information des Finanzierers. Details: Geleaste und finanzierte Wirtschaftsgüter.
Nehmen Sie die Police zur Hand und suchen Sie die Antwort auf drei Fragen: Wer ist Versicherungsnehmer, wer ist/sind Versicherte(r), und steht jeder versicherte Vermögensgegenstand tatsächlich im Eigentum des/der in der Police genannten Unternehmen(s)? Ist eine der Antworten unsicher – etwa weil zwischenzeitlich eine Umstrukturierung, eine Geräteübertragung oder eine Neugründung stattgefunden hat –, ist die Aktualisierung des Versichertenkreises eine kurze Änderung, die im Schadenfall aber eine wochenlange rechtliche Klärung vermeiden kann.
Bei einer Unternehmensgruppe mit mehreren Beteiligten lohnt es sich, diese Prüfung zum Bestandteil der Besichtigung zu machen.
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