Wissen · Wert und Summe

Neuwert oder Zeitwert: Worauf sollte das Unternehmen versichern?

Dieselbe Maschine kann im Vertrag auf zweierlei Weise bewertet sein: zu dem Betrag, für den Sie heute eine neue kaufen könnten (Neuwert), oder zu dem Betrag, den sie heute in gebrauchtem Zustand wert ist (Zeitwert, avulierter Wert). Die Wahl ist keine technische Nebensächlichkeit – im Schadenfall entscheidet sie darüber, womit ein Neustart möglich ist.

Kurz gesagt:
  • Neuwert: die Kosten der heutigen Neubeschaffung oder des Wiederaufbaus – daraus lässt sich tatsächlich Ersatz beschaffen.
  • Zeitwert (avulierter Wert): der Neuwert abzüglich der Abnutzung – kleinerer Betrag, kleinerer Beitrag, kleinere Entschädigung.
  • Die Bewertungsmethode kann je Vermögensgruppe unterschiedlich sein; entscheidend ist, dass es eine bewusste Entscheidung ist, kein Standardfall.

Die Logik der beiden Welten

Die Neuwertversicherung verspricht: Geht das Vermögensobjekt unter, richtet sich die Entschädigung nach der Neubeschaffung – die abgebrannte Halle kann wieder aufgebaut, die zerstörte Maschine durch eine neue ersetzt werden. Die Zeitwertlösung bepreist dagegen den abgenutzten Zustand: Bei einer zehn Jahre alten Maschine wird der Wert des zehnjährigen Zustands erstattet. Auch der Beitrag richtet sich danach – der Neuwertschutz kostet mehr, weil er auch mehr leistet.

Die Falle entsteht, wenn das Unternehmen zum Neuwert neu starten möchte, aber nur zum Zeitwert versichert ist: Die Differenz trägt in diesem Fall das Unternehmen.

Wann ist welche Methode geeignet?

Beim Gebäude und bei betriebskritischen Maschinen ist in der Regel der Neuwert die vertretbare Wahl: Im Schadenfall zählt nicht der Marktrestwert, sondern die Kosten des Neustarts. Die Zeitwertlösung kommt dort infrage, wo eine Ersatzbeschaffung realistisch auch über den Gebrauchtmarkt möglich ist oder wo der Maschinenpark ausläuft. Die Bedingungen setzen häufig auch ein Alter oder einen Abnutzungsgrad als Grenze: Bei stark abgenutzten Gegenständen kann die Neuwertentschädigung eingeschränkt sein – das sollte beim Vertragsabschluss geklärt werden.

Die Bewertung der drei Vermögensgruppen

Beim Gebäude ist der Wiederaufbauwert der Maßstab – nicht der Marktpreis: Details hier. Bei den Maschinen zählt der heutige Neuanschaffungspreis, die Grundlage der Liste ist das Maschinenverzeichnis. Beim Warenbestand ist der Beschaffungs- beziehungsweise Herstellungskostenwert die übliche Grundlage – wie mit Schwankungen umzugehen ist, beschreibt der Artikel zum Warenbestand. Das System greift dann, wenn alle drei Gruppen bewusst mit dem gewählten Wert erfasst sind.

Was in der Praxis zu tun ist

Nehmen Sie die Police zur Hand und prüfen Sie: Mit welcher Bewertungsmethode ist welche Vermögensgruppe erfasst? Ist die Antwort nicht eindeutig, oder läuft der Vertrag seit Jahren mit unveränderten Summen, ist eine Überprüfung angebracht – schon die Preisentwicklung allein kann eine Unterversicherung verursachen: so funktioniert die Proportionalregel. Der jährliche Blick darauf ist der Schutz: jährliche Überprüfung.

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Dieser Artikel hat informativen Charakter und enthält allgemeine Informationen; er stellt kein Angebot und keine Versicherungsberatung dar. Der genaue Inhalt der Versicherungsverträge wird durch die jeweils aktuellen Vertragsbedingungen der Versicherer bestimmt.

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