Wissen · Wert und Summe

Überversicherung: Wenn auch mehr Geld nicht zu mehr Entschädigung führt

Das Gegenstück zur Unterversicherung ist die Überversicherung: wenn die Versicherungssumme über dem tatsächlichen Wert liegt. Hier trifft die Überraschung nicht im Schadenfall, sondern bei der Beitragszahlung – das Unternehmen zahlt jahrelang für einen Summenanteil, den es im Schadenfall nicht erhalten kann.

Kurz gesagt:
  • Die Sachversicherung entschädigt einen Schaden: Mehr als den tatsächlichen Schaden zahlt auch eine höhere Summe nicht.
  • Typische Quelle der Überversicherung sind der Gebäudewert zum Marktpreis und eine veraltete, im Verzeichnis vergessene Anlagenliste.
  • Das Mittel dagegen ist dasselbe wie bei der Unterversicherung: reale Werte, jährlich gepflegt.

Warum ist eine hohe Summe kein „Sicherheitspuffer“?

Die Sachversicherung arbeitet nach dem Entschädigungsprinzip: Die Versicherungssumme ist die Obergrenze der Entschädigung, ihre Höhe richtet sich aber immer nach dem tatsächlichen Schaden. Kostet der Wiederaufbau der Halle einen bestimmten Betrag, entschädigt auch ein Vertrag mit doppelter Summe genau diesen Betrag – der für die Differenz gezahlte Beitrag war dann jahrelang zum Fenster hinausgeworfenes Geld. In dem Teil, der den Wert der Sache übersteigt, ist die Vereinbarung über die Versicherungssumme nach dem ungarischen Bürgerlichen Gesetzbuch (Ptk.) nichtig, und die Prämie ist entsprechend herabzusetzen – dies ist beim Versicherer anzustoßen. Der „Sicherheitsaufschlag“ ist also kein zusätzlicher Schutz, sondern zusätzliche Kosten.

Woher kommt die Überversicherung?

Am häufigsten aus dem Marktpreis: Der Marktpreis einer Immobilie in gefragter Lage kann die Wiederaufbaukosten weit übersteigen – wer darauf versichert, zahlt zu viel: Gebäudewert richtig ermittelt. Zweite Quelle ist die tote Anlagenliste: längst verkaufte, ausgemusterte Maschinen bleiben in der Summe stehen. Dritte Quelle ist die Doppelung: Derselbe Vermögensgegenstand taucht in zwei Verträgen auf – etwa wenn eine alte und eine neue Police parallel laufen. Die Durchsicht filtert alle drei heraus: Durchsicht des bestehenden Vertrags.

Verwandt mit der Überversicherung ist die doppelte Deckung: wenn für dasselbe Risiko zwei verschiedene Verträge bestehen – etwa wenn sowohl der Vermieter als auch der Mieter denselben Gebäudeteil versichern. Bei doppelter Deckung gibt es im Schadenfall keine doppelte Entschädigung: Deckt der zweite Vertrag dasselbe versicherte Interesse ab, teilen sich die Versicherer die Entschädigung untereinander auf; steht hinter einem der Verträge dagegen kein versichertes Interesse, kann die betreffende Partei ohne Entschädigung bleiben. Deshalb muss zusammen mit dem Mietvertrag geklärt werden, wer was versichert. Die Portfolio-Durchsicht filtert auch das heraus.

Der richtige Mittelweg

Das Ziel ist nicht die möglichst große oder möglichst kleine Summe, sondern die reale: so viel, wie für den tatsächlichen Ersatz des Vermögens nötig ist. Das hält das Inventar samt jährlichem Blick darauf instand – dieselbe Routine schützt sowohl vor Über- als auch vor Unterversicherung: jährliche Überprüfung. Und der freiwerdende Beitrag kann besser eingesetzt werden: für fehlende Deckung, eine vernünftigere Selbstbeteiligung – oder er bleibt im Unternehmen.

Eine Frage speziell zu Ihrer Betriebsstätte? Buchen Sie ein 20-minütiges, kostenfreies Beratungsgespräch zur Betriebsbesichtigung →

Dieser Artikel hat informativen Charakter und enthält allgemeine Informationen; er stellt kein Angebot und keine Versicherungsberatung dar. Der genaue Inhalt der Versicherungsverträge wird durch die jeweils aktuellen Vertragsbedingungen der Versicherer bestimmt.

Verwandte Artikel

Lassen Sie uns in 20 Minuten besprechen, was in Ihrer Betriebsstätte vorhanden ist – und was in Ihrer Police fehlt.

20 Minuten kostenfreies Gespräch, unverbindlich – am Ende kennen Sie genau Ihre Möglichkeiten und den nächsten Schritt.

Termin vereinbaren